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Reha in Zeiten von Corona

Aktualisiert: 31. Okt. 2020

Seit dem 29. März 2020 bin ich im Rehazentrum Valens. Ist es anders wegen Corona? Ja, ein bisschen. Es ist kein Besuch erlaubt. Auch Treffen im Freien vor der Klinik sind nicht gestattet. Eigentlich logisch 😉 Die Eingangstüre ist zugesperrt. Persönliche Gegenstände (wie z. B. Kleider, Ostergeschenke) können via Reception ausgetauscht werden. Das Restaurant, welches zur Klinik gehört, hat ebenfalls geschlossen. Ambulante Patienten haben keinen Zutritt zur Reha. Wir sind unter uns. Viele Personen kommen direkt aus den Spitälern, mehr als sonst. Dafür hat es in diesem Jahr weniger MS-Betroffene. Sie gehören zur Risikogruppe und ich weiss, dass einige wegen Corona ihren Reha-Aufenthalt verschoben haben. Ich kann das verstehen. Trotzdem bin ich froh, hier zu sein. Ich fühle mich sicher und die Stimmung ist gut. Das gesamte Personal trägt Masken. Die Patienten befolgen die Richtlinien des BAG's, Hände waschen und Abstand halten. Gegessen wird im Speisesaal gestaffelt. Die Reha ist gut besucht. Trotzdem ist in den Trainingsräumen sehr viel mehr Platz als sonst, da die ambulanten Patienten ausbleiben. Bisher ist weder vom Personal noch von den Patienten jemand auf Covid-19 positiv getestet worden. Hoffen wir, dass dies so bleibt!

Mein Start in die Reha ist etwas harzig verlaufen. Gleich zu Beginn habe ich das Medikament Fampyra ausprobiert. Es ist ein Arzneimittel, das zur Verbesserung der Gehfähigkeit angewendet wird. Ich habe sehr starken Schwindel bekommen und mein Blutdruck ist "in den Keller" gefallen, so dass die Ärzte das Medikament am 2. Tag gestoppt haben. Auch die Wassertherapie hat nicht funktioniert. Die Wassertemperatur ist über 30 Grad. Das hat zu noch mehr Schwindel geführt und darum ist Aqua Plus nach einer Woche wieder aus dem Programm gestrichen worden. Zum Glück gibt es auch Positives zu berichten! Bereits nach 10 Tagen konnte ich den Rollator in die Ecke stellen. Ich bin nun den ganzen Tag mit meinen Nordic Walking-Stöcken unterwegs. Das ist toll! Reha-Ziel Nr. 1 erreicht! Beim Gehen unterstützt mich aktuell eine Carbon-Schiene am rechten Bein (siehe Video), welche ich von der Klinik ausleihen durfte. Diese hilft mir, meinen rechten Fuss einfacher anzuheben. Trotzdem wird der Fuss noch sehr schnell müde. Ausdauer ist allgemein ein grosses Thema. Ich habe nämlich keine! Deshalb bin ich mehrmals die Woche auf dem Laufband. Das ist extrem anstrengend und effektiv zugleich. Die 2. Baustelle ist mein Rumpf inkl. Hüfte. Wer länger am Stück gehen will, benötigt einen stabilen Rumpf. Ich trainiere 3x wöchentlich in einem Spezialtraining meinen Rumpf morgens um 8 Uhr (!). Dazu kommt die Hippotherapie (auf dem Pferd), welche besonders meinen Rücken stärkt (Herausforderung Nr. 3). Da nur wenige MS-Betroffene im Haus sind, profitiere ich momentan 2 - 3 pro Woche von dieser Therapie.

Neu gibt es den Reha Block. Er dauert 90 Minuten und beinhaltet Physio, Selbsttraining, Krafttraining an den Geräten und Ergotherapie. Backen ist immer meine Leidenschaft gewesen. Leider ist dieses Hobby in den letzten Jahren viel zu kurz gekommen und das soll sich wieder ändern. Ich habe deshalb mit meiner Ergo-Therapeutin einen Rüeblicake gebacken. 😊 Sie konnte dabei genau sehen, wie schnell ich von welcher Tätigkeit müde werde. Ich sage euch, da ist noch viel Training und ein gutes Pausenmanagement notwendig, bis ich wieder alltagstauglich bin. 😉

Reha-Ziel Nr. 2: Bis Ende Woche 3 (18./19.4.2020) ohne Hilfsmittel gehen

Ich halte euch auf dem Laufenden. Schöne Ostern, bleibt gesund und bleibt vor allem zu Hause!






Alternative: Armtraining im Liegen, so werden Rumpf, Rücken und Beine entlastet.

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