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  • AutorenbildFree Bird

Ein neuer Unterstützer

Seit August 2022 bin ich auf der Suche. Nach einer zuverlässigen Begleitung im Alltag, die sich durch Können und gutes Aussehen auszeichnet. Nein, ich spreche nicht von einem Mann. 😉 Ich denke an ein Gerät, das mir durch Elektrostimulation hilft, meinen rechten Fuss zu heben und gleichzeitig die Muskulatur trainiert. Diese Technologie ist erfunden und doch wird es schwieriger als gedacht, ein passendes Modell zu finden.

Zuerst teste ich das bewährte Fusshebersystem Bioness 300.

Das Gerät erleichtert mir das Gehen auf Anhieb. Die Beinmanschette unterhalb des Knies ist jedoch sehr klobig. Trotz des aktuellen Modetrends weite Hosen à la Marlene Dietrich zu tragen, habe ich grosse Mühe passende Kleidung zu finden. Dennoch entscheide ich mich für diesen Elektrostimulator, da der technische Nutzen gegeben ist. Auf Grund von Lieferschwierigkeiten darf ich das Test-Gerät von Ortho-Team einige Monate gebrauchen. Nach einiger Zeit zeigt sich, dass die zu befeuchtende Stoffelektrode nicht nur stinkt wie ein nasser Hund, sondern auch meine Haut verbrennt. Schlussendlich habe ich den ganzen Oktober eine offene Wunde am Bein und ich stehe wieder am Anfang meiner Suche.

An der Swiss Handicap Messe in Luzern am ersten Advent lerne ich per Zufall den technischen Leiter von Otto Bock kennen und er erzählt mir, dass das Bioness 300 mit Gel-Elektroden viel hautschonender sei. Diese Erfahrung mache ich ebenfalls und das neuere Modell ist auch etwas weicher und angenehmer zu tragen. Doch die zwei kleinen Elektroden leiten den Strom nicht so zuverlässig. Aus Mangel an Alternativen bestelle ich das Gerät trotzdem.

Die Anfrage betreffend der Kostenbeteiligung ist seit einem halben Jahr bei der IV hängig. Es müsse vorab ein Gutachten erstellt werden, bevor geklärt werden könne, ob die Kosten von rund CHF 7'000.- übernommen werden können. Also wende ich mich an den zuständigen Mitarbeiter der Hilfsmittelstelle Oensingen. In einem langen Gespräch stellen sich zwei Dinge heraus. Der Sachverständige bevorzugt eigentlich das günstigere Fusshebersystem Bioness 100, welches mit Gel-Elektroden nicht kompatibel ist und ich erfahre, dass es seit kurzem eine neue kompaktere Beinmanschette auf dem Markt gibt. Mein Interesse ist geweckt.

Seit Mitte Januar trage ich nun den ALFESS-Elektrostimulator auf Probe. Das leichte, schlanke und elegante Design überzeugt und die hautfreundlichen Elektroden sind direkt integriert. Das Gerät kann über eine Fernbedienung und über eine App gesteuert werden. Das Kunststoff-Material ist wasserfest und lässt sich einfach reinigen. Der Elektrostimulator wird am oberen Teil des Unterschenkels angebracht. Während des Gehens erkennen Sensoren die Geschwindigkeit und die Position des Beins, und senden elektrische Impulse an die Nerven, um den Vorfuß anzuheben. Der Trainingsmodus ermöglicht es mir zudem, meinen Fuss auch im Sitzen mühelos zu trainieren. Die Simulationsstärke kann jederzeit erhöht oder reduziert werden.

Ich bin sehr begeistert und freue mich, das neue Gerät in die zwei Monate vorverschobene Reha mitzunehmen und meinen neuen Unterstützer ausgiebig testen zu können.

Der stationäre Aufenthalt ist bitternötig. Eine Grippe mit starkem Husten im Anschluss an die dreiwöchige Ayurvedakur in Bad Ems hat die schönen Fortschritte wie sicheres freies Stehen für mehrere Minuten oder ziemlich müheloses Gehen am Stock in der Wohnung auf einen Schlag ausgelöscht. Mein Lichtblick ist, dass ich die intensiven Trainingswochen mit vier tollen Frauen im verschneiten Valens verbringen kann. Das motiviert mich sehr! Eventuell ergibt sich während des Aufenthaltes zusätzlich ein kleines berufliches Projekt. Ich bin seit einiger Zeit Markenbotschafterin von Coloplast, welche unter anderem Patienten mit Blasenschwäche betreuen und es ist nun in Planung, dass ich mein Wissen und meine Erfahrungen an Therapeuten weitergeben darf.

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